El Salvador 2015 (15. Januar bis 4. Februar)

Der Wohltätigkeitsball

El Salvador 2015 (15. Januar bis 4. Februar)

Unser Aufenthalt wurde  überschattet durch eine schwere Erkrankung meiner Frau (Schwester Renate).Sie hatte eine verschleppte Bronchitis mitgebracht, die sich auf dem Weg nach drüben zu einer schweren Lungen- und Herzbeutelentzündung entwickelte. Sie musste 9 Tage im „Hospital de la Mujer“ in San Salvador verbringen. Es war ernst, aber danach Sie hat sie sich relativ rasch erholt und nichts ist zurückgeblieben.

Aber an eine Mitarbeit im Hospital Santa Teresa war nicht zu denken. So versäumte sie auch die Ankunft unseres 40 Fuß Containers mit 39 Krankenhausbetten und 20 Rollatoren. Es war schwierig, den Container vom Hafen in das gut 100 km entfernte Zacatecoluca zu bekommen. Von allen Seiten wurde Druck auf die Transportfirma gemacht, der Preis stieg innerhalb von 3 Tagen um weitere 900 Dollar. Aber nun sind alle glücklich. Nachdem jedes einzelne Bett gekennzeichnet und archiviert war, wurden sie auf die Stationen verteilt. Jetzt können alle Zimmer belegt werden und die Geburtshilfe hat endlich Betten, um eine Betreuung der Mütter für die Stunden nach der Geburt  leisten zu können.

Meine Tätigkeit war zunächst und wie immer, die von uns geschickten Geräte und Instrumente zu kontrollieren. Insbesondere im Hinblick auf das Lager, dass von mindestens 6 Personen verwaltet wird, wo aber die Kommunikation nicht stimmt. Ferner alle Stationen zu besuchen, um Probleme zu finden und eine Liste mit dringlichen Dingen erstellen zu können.

Im OP hatte ich diesmal fast täglich zu tun. Man hatte einige schwierige Fälle für mich aufgehoben. Außerhalb des OP hielt ich mich schwerpunktmäßig in der Wund- und Diabetischen Fußambulanz auf. Dort ist man chirurgisch noch nicht so qualifiziert und die Folge war eine  Anzahl von Fuß- und Unterschenkelamputationen. Da gibt es noch einiges an chirurgischer Weiterbildung zu tun.

Schwester Renate wurde in der Unfallambulanz schmerzlich vermisst und ich hatte kaum Zeit, mich wie sonst dort um Patienten zu kümmern.

Die Geburtshilfe ist immer noch erfreulich. Auch im letzten Jahr wurden 3900 Kinder geboren.  Die geburtshilflichen Überwachungsgeräte stammen fast alle aus unseren Spenden und funktionieren trotz Dauerbetriebs z.T. schon seit Jahren. In den 2 Stunden meines Aufenthalts hatten wir 3 Geburten, die Mütter waren 14 und 15 Jahre alt. Leider Opfer von Druck oder Gewalt in den Gangstergruppen. Die Geburten fanden ohne rückenmarksnahe Betäubung statt und die jungen Mütter waren sehr tapfer.

Die Zahl an Patienten ist weiterhin gestiegen, während das 2011 wiedereröffnete Hospital weiter zerfällt. Schlechtes Baumaterial und das Klima tun das ihre. Geld für Reparaturen ist nicht immer da, das Hospital hat ein festes jährliches Budget vom Gesundheitsministerium, mit dem es umgehen muss. Es ist eine Verwaltung des Mangels.

Unsere Hilfe ist notwendiger denn je. Sie wird nicht nur dankbar angenommen, sondern man verlässt sich auch auf uns.

Vier Pakete im Wert von 17 000 Euro gehen gerade nach drüben (eine Aufstellung auf unserer Website erfolgt in Kürze). Nun ist unser Spendenkonto wieder fast leer und wir hoffen auf einen ebenso erfolgreichen Wohltätigkeitsball wie im letzten Jahr.