Aufenthalt im Hospital Santa Teresa 2019

Der Wohltätigkeitsball

Aufenthalt im Hospital Santa Teresa 2019

Im Februar 2019 waren wir wieder für über zwei Wochen in Zacatecoluca. Von gut 60kg Gepäck waren 45 kg an medizinischem Equipment dabei, das Schwester Renate für ihre traumatologische Notfallambulanz braucht. Für mich gab es zunächst eine erneute Enttäuschung, weil das Röntgengerät im OP noch immer nicht funktionierte. Größere Operationen waren also nicht möglich. So waren wir wieder ein Team in der Notfallambulanz. Es gab es genug zu tun. Neben vielen anderen Verletzungen versorgten wir, zusammen mit unserer Assistentin Dra. Palma, etwa 10 – 12 Patienten mit frischen Knochenbrüchen täglich. Viele Kinder mit Unterarmfrakturen und Patienten mit stark verschobenen Brüchen der Beine.

Keiner der Patienten kann sofort operiert werden, wie es bei uns üblich ist. Die Wartezeit auf eine OP dauert 6-10 Tage. Also müssen die Brüche zunächst vernünftig korrigiert und eingegipst werden. Mit Schwester Renate kein Problem. Unsere Assistentin Dra. Palma hat es von uns gelernt, aber sie hat keine Schwestern, die ihr kompetent zur Seite stehen. Und alleine geht es nicht. Ich habe in 40 Jahren Unfallchirurgie gelernt, wie man Knochenbrüche wieder einrichten kann, ohne dass man sie operieren muss. Das ist bei uns kaum noch üblich. So konnten wir mindestens 10 -12 Patienten, besonders Kinder, vor einer Operation bewahren. Vielleicht ebenso nützlich wie selbst zu operieren.

Die Gesamsituation hat sich in den letzten 12 Jahren kaum verbessert.

Das 2011 wiedererbaute Hospital zerfällt erneut, aber nicht durch Erdbeben. Es fehlt an Geld, an den Möglichkeiten, qualitativ gutes Material und Geräte einzukaufen und es gibt keine Service Spezialisten, die etwas reparieren könnten. Und: es fehlt an Hoffnung. Man hat sich an die Umstände gewöhnt. Wenn etwas kaputt ist, dann ist es so. Eigeninitiative funktioniert nicht. Warum sollte man etwas extra tun, wenn man nur 200 bis 400 Dollar für harte Arbeit verdient, in einer Hütte wohnt und um das tägliche Leben seiner Familie kämpft?

Es gäbe viel darüber zu sagen.

In einigen Abteilungen funkioniert vieles nur mit unserer Hilfe. Gäben wir sie auf, dann würde es weiter bergab gehen.

Unsere Illusion, wir würden eine Form von Nachhaltigkeit fördern, müssen wir leider aufgeben. Wir können politische, ökonomische und (auch geschichtlich bedingte) soziale Probleme nicht beeinflussen.

Aber ohne unsere Hilfe würde es in Zukunft vielen Patienten in La Paz wesentlich schlechter gehen. Alle Patienten dort haben keine Krankenversicherung. Insgesamt ist es fast die Hälfte der Bevölkerung.

Wir haben die Bedingungen im Hospital verbessern können. Nur mit Ihrer Hilfe. Aber nur so lange, wie unsere Hilfe dort ankommt.

Also müssen wir weiter machen. Wir engagieren uns für kranke Menschen (und nicht nur diese) in einer Region, die weit entfernt ist. Davon gibt es viele auf der Welt. In Zacatecoluca gibt es für uns und für Sie die Möglichkeit, sich unmittelbar zu beteiligen. Direkt, hundertprozentig und mit einem stets vorhandenen Feedback.

Bitte helfen Sie uns weiterhin.

Ihre Renate und Enno Keller