2013 – Unsere Arbeit im Hospital

Der Wohltätigkeitsball

2013 – Unsere Arbeit im Hospital

In diesem Jahr hatten wir uns vor allem eines vorgenommen: die Überprüfung unseres gesamten Projektes „ Hilfe für Santa Teresa“ mit verschiedenen Fragen. Was hat sich in den 7 Jahren geändert?

Wie viel unserer Hilfe kommt an? Wie werden unsere Geräte und Instrumente eingesetzt? Wie sorgsam geht man damit um? Wie viele unserer Geräte sind noch im Einsatz? Wie viel Einblick haben wir in die Strukturen des Hospitals? Wo steht unser persönlicher Einsatz? Und einige andere Fragen mehr.

Wir sind diesmal statt morgens um 5.45h erst 6.45h aufgestanden und waren meist zwischen 18h und 19h wieder im Hotel. Meist waren wir zwischen 21.30h und 22.30h im Bett, sodass es lange nicht so anstrengend für uns war wie sonst. In Zacatecoluca hatten wir Temperaturen von 34° bis 36°C bei einer Luftfeuchte zwischen 80 und 95%. Das allein strengt an. Allerdings konnten wir uns vorwiegend in den wenigen Räumen des Hospitals aufhalten, die eine Klimaanlage hatten: der Unfallambulanz und im OP.

Wir haben täglich mit dem stellvertretenden ärztlichen Direktor gesprochen und haben vor allem das Gespräch mit den jeweiligen verantwortlichen Ärzten gesucht. Zusammenfassend ist festzustellen, dass bisher alle unsere Hilfslieferungen im Hospital angekommen sind. Wenn auch manchmal sehr verspätet. Ebenso kann man davon ausgehen, dass es sich fast immer um dringend benötigte Geräte und Instrumente handelt. Luxusteile werden auch von vornherein nicht von uns eingekauft. Pflege und Umgang sind sehr unterschiedlich. In der Unfallchirurgie/ Orthopädie lässt manches zu wünschen übrig. Was vor allem daran liegt, dass es keinen verantwortlichen Chefarzt gibt, der sich um alles kümmert. Ebenso gibt es althergebrachte Organisationsstrukturen, die Kommunikation und Reformierung behindern. In der Abteilung für Innere Medizin werden die Geräte ordentlich behandelt. Hier fehlt es nur an der Organisation, auslaufendes Material rechtzeitig bei uns zu bestellen. Sehr erfreulich sind die Geburtshilfe und die Neugeborenenstation. Seit letztem Jahr hat die Zahl der jährlichen Geburten die 4000 überschritten, Tendenz weiter steigend. Alle unsere Geräte laufen rund um die Uhr, teilweise seit Jahren, und befinden sich in einem guten Zustand. Man kümmert sich darum.

Nebenbei muss man wissen, dass von unseren 120 Schwestern zwischen 25 bis 30% ganz ohne Bezahlung arbeiten. Man verspricht ihnen, dass sie eingestellt werden, wenn sie längere Zeit dort arbeiten würden. Die ärztliche Seite besteht vor allem aus 35 – 40 jungen Assistenzärzten, von denen etwa 40% ein monatliches Gehalt von 400 US Dollar bekommt. Weiterbildung findet wenig statt und der Leerlauf scheint relativ groß zu sein. Ansonsten sieht man überall die Zeichen der

Mangelwirtschaft: mal schickt das Gesundheitsministerium Geräte und Instrumente ( billigste Ware, meist Made in China, die auch schnell kaputt ist), mal kommt lange Zeit nichts. Die Handtuchspender haben seit Monaten kein Papier, unsterile Gummihandschuhe brauchen wochenlang, bis Nachschub kommt.

Ist unsere Hilfe noch notwendig? Uneingeschränkt: ja! Vielleicht dringender als je zuvor, wo nun mittlerweile jeder im Hospital weiß, dass sie einen Teil dringend benötigter Dinge von uns bekommen können.

Und nicht zu vergessen: wir schenken den Menschen im Hospital unsere Zuwendung und Zuneigung, Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Das ist ein nicht unwesentlicher Aspekt. Wir sind mit unserer Hilfe für sie da. Wir sind ein Teil der Hoffnung in einem sonst ziemlich hoffnungslosen Land. Wir

schenken vielen Menschen ein besseres Leben und bekommen Dankbarkeit zurück.

Wir können sie nicht mehr im Stich lassen.